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Zürcher Verkehrsverbund: Anteil Vertriebskanäle und Transaktionskosten28.06.2020

Der Zürcher Verkehrsverbund (ZVV) hat in seinen Geschäftsberichten der vergangenen Jahre jeweils für die verschiedenen Vertriebskanäle deren Anteil an der Anzahl verkaufter Fahrausweise publiziert.

2016

2016 hat der ZVV über seine eigenen Kanäle 49.64 Mio. Fahrausweise ausgegeben. Erstmals lag 2016 der Anteil verkaufter Fahrausweise beim E-Ticketing höher als an den bedienten Schaltern. Innerhalb eines Jahres stieg die Zahl der erworbenen E-Tickets von 5.87 Mio. (2015) auf 8.24 Mio. (2016). Anzahlmässig wurden jedoch weiterhin und mit grossem Abstand am meisten Fahrscheine über die Automaten verkauft (62.7 %).

ZVV Anteil Vertrieb 2016
Abbildung 1: Anteil der Anzahl verkaufter Fahrausweise nach Vertriebskanal im Jahr 2016.

2017

2017 hat der ZVV über seine eigenen Kanäle 51.99 Mio. Fahrausweise ausgegeben. Die Anzahl E-Tickets hat nochmals stark zugelegt: 11.23 Mio. wurden über diesen Verkaufskanal abgesetzt, was einer Zunahme um 2.99 Mio. innert Jahresfrist entspricht. Auch Prozentual ist der Anteil der E-Tickets stark gestiegen: Um 5.0 Prozentpunkte auf 21.6 %. Über die Automaten wurden weiterhin sowohl prozentual als auch absolut am meisten Fahrscheine verkauft. Der Anteil ist jedoch zum dritten Mal in Folge rückläufig und liegt 2017 um 8.0 Prozentpunkte unter dem Wert von 2014. Auch in absoluten Zahlen wurden 2017 rund 400'000 Fahrausweise weniger an den Automaten verkauft als noch 2016, dies bei insgesamt steigender Zahl verkaufter Fahrausweise.

ZVV Anteil Vertrieb 2017
Abbildung 2: Anteil der Anzahl verkaufter Fahrausweise nach Vertriebskanal im Jahr 2017.

2018

2018 hat der ZVV über seine eigenen Kanäle 53.75 Mio. Fahrausweise ausgegeben. Die Anzahl E-Tickets hat nochmals stark um 5.6 Prozentpunkte zugelegt und erstmals einen Anteil von über einem Viertel erreicht. Unter die E-Tickets fallen auch die Check-in-Check-out-Tickets, die auf dem System von lezzgo-basieren: Dabei wird das Ein- und das Aussteigen aus einem öffentlichen Verkehrsmittel am Mobiltelefon bestätigt und das lezzgo-System bestimmt dann den optimalen Fahrausweis für alle an einem Tag unternommenen Fahrten. lezzgo ist im ZVV seit April 2018 im Testbetrieb und der Markttest soll bis Ende 2019 laufen. Die E-Tickets sind der einzige Verkaufskanal der anteilmässig noch wächst. Bei den Automatentickets reicht die Zunahme der Reisenden gerade noch, damit der Rückgang der Anzahl verkaufter Fahrausweise in absoluten Zahlen nur gering ist. So wurden z.B. 2015 noch weniger Tickets über Automaten verkauft als jetzt 2018 - obwohl der Anteil des Verkaufskanals um 8.3 Prozentpunkte abgenommen hat.

ZVV Anteil Vertrieb 2018
Abbildung 3: Anteil der Anzahl verkaufter Fahrausweise nach Vertriebskanal im Jahr 2018.

2019

2019 hat der ZVV über seine eigenen Kanäle 57.91 Mio. Fahrausweise ausgegeben. Die E-tickets haben erneut sehr stark zugelegt und sind jetzt der einzige Vertriebskanal der sowohl prozentual (10.1 Prozentpunkte) als auch absolut (rund 7 Mio. zusätzliche Tickets im Vergleich zum Vorjahr) noch zulegt. Über die Ticketautomaten wurden 2019 2 Mio. Tickets weniger als noch im Vorjahr verkauft. Auch innerhalb der E-Tickets ist ein klarer Trend erkennbar: Zum Jahresende 2019 war bereits ein Viertel (25.4 %) der E-Tickets Check-in-Tickets. Bei diesen Tickets genügt es, sich beim Einsteigen in ein Verkehrsmittel über die App anzumelden und beim Aussteigen wieder abzumelden. Am Ende des Tages wird dann aus all den ausgeführten Fahrten das für den Reisenden optimale Ticket verrechnet. Check-in-Tickets wurden 2018 vorerst testweise eingeführt, die breite Akzeptanz hat diese Art des Fahrausweiserwerbs zum Standard-Angebot gemacht.

ZVV Anteil Vertrieb 2019
Abbildung 4: Anteil der Anzahl verkaufter Fahrausweise nach Vertriebskanal im Jahr 2019.

Entwicklung Anzahl verkaufter E-Tickets

ZVV Anzahl verkaufte E-Ticket
Abbildung 5: Anzahl verkaufte E-Tickets pro Jahr.

Vertriebskosten

Interessant sind jedoch auch ergänzende Zahlen aus dem Strategiebericht 2020-2023. In diesem Bericht sind die Transaktionskosten pro Fahrausweis für die fünf ZVV-Vertriebskanäle E-Ticketing, Ticketautomaten, Chauffeur, Contact Center und bediente Schalter vor Ort ausgewiesen. Dabei wurden jedoch die Kosten für die Basissysteme nicht berücksichtigt. Die Kosten variieren dabei von CHF 0.2 pro Fahrausweis beim E-Ticketing bis CHF 5.2 beim bedienten Verkauf vor Ort.

ZVV Vertriebskosten pro Fahrausweis und Verkaufskanal
Abbildung 6: Vertriebskosten (CHF) pro Fahrausweis nach Vertriebskanälen im Jahr 2016.

Selbstverständlich muss bei der Interpretation dieser Zahlen berücksichtigt werden, dass die verschiedenen Sorten von Fahrausweisen nicht gleichmässig über alle Vertriebskanäle abgesetzt werden und der Umsatz dementsprechend auch nicht proportional zur Anzahl verkaufter Fahrausweise ist. 2016 betrugen die Transaktionskosten für den Verkauf über Automaten in absoluten Zahlen CHF 28.0 Mio., was knapp weniger als für die bedienten Schalter vor Ort mit CHF 29.4 Mio. ist. Beide Kosten liegen jedoch weit über den absoluten Transaktionskosten des E-Ticketing mit nur CHF 1.65 Mio. Dementsprechend ortet der ZVV in seinem Strategiepapier beim E-Ticketing auch einen grossen Kundennutzen für Investitionen in diesen Bereich.


Originalartikel vom 12.08.2017 ergänzt am 29.07.2018 mit Zahlen aus dem Geschäftsbericht 2017, am 29.06.2019 mit Zahlen aus dem Geschäftsbericht 2018 und am 28.06.2020 mit Zahlen aus dem Geschäftsbericht 2019